Integration & Soziales

 

Unterstützungsangebote für Geflüchtete ausweiten


Ziel der Bremer Flüchtlings- und Integrationsarbeit ist es, geflüchtete Menschen möglichst schnell aus den Gemeinschaftsunterkünften in eigene Wohnungen zu vermitteln. Dafür wurden sogenannte Wohnraumvermittlerinnen und -vermittler in den Übergangswohnheimen eingestellt, die gemeinsam mit den Geflüchteten nach Wohnungen suchen und sie auch zu den Besichtigungen begleiten. Dieses erfolgreiche Vorgehen ist weit über die Grenzen Bremens anerkannt.

In der Praxis zeigt sich, dass die geflüchteten Familien jedoch auch im eigenen Wohnraum weiterhin Unterstützungsbedarf haben. Viele Informationen darüber, an welche Stellen sie sich wenden können bzw. müssen, fehlen ihnen. Grund dafür sind nicht ausreichende Sprach- und Ortskenntnisse. Briefe und amtliche Bescheide führen ebenfalls häufig zu großer Verunsicherung. Um Rat und Hilfe zu erhalten, wenden sich deshalb viele Geflüchtete an die vertrauten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Übergangswohnheime, obwohl diese eigentlich nicht mehr für sie zuständig sind.

Um Geflüchtete auch im eigenen Wohnraum zu unterstützen, wurde seit Oktober 2014 ein ambulantes Betreuungssystem aufgebaut, das durch sogenannte Sprach- und Integrationsmittlerinnen und -mittler (SprInter) Hilfestellungen und Orientierung in Fragen des alltäglichen Lebens anbietet. Die Geflüchteten werden dafür direkt in ihrer Wohnung von den mehrsprachigen SprIntern, die eigene Migrations- und Integrationserfahrungen haben, aufgesucht und nach dem individuellen Bedarf begleitet.

Zusätzlich dazu wurden acht neue Anlaufstellen „Ankommen im Quartier (AiQ)“ für Geflüchtete im Rahmen des Integrationsbudgets des Senats eingerichtet. Diese befinden sich in den WIN-Fördergebieten und sind vor Ort in die Quartiers- und Familienzentren integriert. Im Gegensatz zu der aufsuchenden Arbeit der SprInter müssen sich die Geflüchteten mit ihren vielfältigen Anliegen selber an die Anlaufstellen wenden. Die Inanspruchnahme der AiQ im Jahr 2017 zeigt deutlich, dass die Nachfrage nach dezentralen Unterstützungsangeboten in den Wohnquartieren sehr hoch ist. Zudem ist festzustellen, dass eine Kooperation zwischen den mehrsprachigen SprIntern und den AiQ sehr hilfreich ist, wenn es um komplexe Problemlagen geht, die besser in der Muttersprache kommuniziert werden können.

Die bereits bestehenden Angebote haben sich als wichtige Bausteine bei der Integration der Geflüchteten vor Ort bewährt. Da die quantitative Verteilung in den Bremer Stadtteilen jedoch sehr unterschiedlich ist, bedarf es einer Umschichtung des Angebotes. Denn mit jedem Umzug in die eigene Wohnung steigt der Bedarf an Unterstützung, Beratung und Hilfe vor Ort.

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