Bremen-Nord

 

Welche Zukunftspläne gibt es für das Tanklager Farge?


Das Tanklager Farge ist mit über 300.000 Kubikmetern Fassungsvermögen in 78 Tanks das größte künstlich angelegte unterirdische Tanklager der Welt. Errichtet in den dreißiger Jahren wurde es bis 2013 betrieben. Eigentümer ist die Bundesrepublik Deutschland. Bombardierungen während des Zweiten Weltkrieges haben wohl zu Schäden geführt, die noch heute Umweltgefahren weit über das Gelände hinaus verursachen. Die Sanierung auf dem weitläufigen Areal hat inzwischen begonnen.

Auf dem 300 Hektar großen Gelände (davon 200 Hektar auf Bremischem Gebiet) wurde die Sanierung des verseuchten Grundwassers bereits 2010 begonnen und wird voraussichtlich bis 2034 dauern. Bis 2014 wurden 24 Tonnen Schadstoffe entsorgt, ein Vielfaches davon befindet sich noch in der Erde. Die Grundwasserverseuchung bedroht langfristig das bedeutende Wasserschutzgebiet Blumenthal, aus dem für die Versorgung des Stadtteils jährlich etwa sechs Millionen Kubikmeter Trinkwasser entnommen werden.

Die Beseitigung von Kampfmitteln aus dem 2. Weltkrieg wird gleichzeitig durchgeführt. Allein 2016 wurden mindestens fünf Bomben gefunden und beseitigt, drei weitere bis Juni 2017. Unter Federführung der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) werden derzeit u. a. am ehemaligen Entladegleis Bodenuntersuchungen bis unter den Grundwasseranschnitt durchgeführt, da die BImA mittelfristig eine Alternative zur laufenden Sicherung des Grundwasserabstroms mittels Brunnen sucht. Hierfür muss die Bundesanstalt zunächst die Ausdehnung der Bodenkontaminationen im Detail erkunden. Erst dann kann die BImA Art und Umfang weiterer Maßnahmen planen und durchführen.

Auch Ortspolitik, Initiativen und Bürger/-innen im Stadtteil verfolgen die Entwicklung auf dem Gebiet mit Interesse. So hat der Denkort Bunker Valentin die Nutzung des Schiffsanlegers auf dem Gelände des Tanklagers – in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bunker – für einen anzustrebenden Fähranleger für Besucher/-innen des Denkorts angeregt, der Sportverein TSV Farge-Rekum interessiert sich als Standort für seinen neuen Trainingsplatz ebenfalls für ein Gelände in Hafennähe. Insgesamt bietet das Gelände des ehemaligen Tanklagers umfangreiche Perspektiven zur Weiterentwicklung des Standortes Bremen-Nord.

Teilen via:
FacebookTwitter