Reichtum wählt – Armut nicht

Mittwoch, 25. Mai 2016, ab 18 Uhr im Bremer Presse-Club, Schnoor 27, 28195 Bremen

 

Bei der Bürgerschaftswahl 2015 wurde die SPD wieder mit Abstand stärkste Partei – allerdings mussten die Sozialdemokraten deutlich Federn lassen. Neben Stimmverlusten – vor allem nach rechts –  sind  rund 8.000 der bisherigen SPD-Wähler überhaupt nicht mehr  wählen gegangen. Die Situation für die übrigen Parteien sah nicht besser aus: Knapp die Hälfte der Bremerinnen und Bremer (49,1 Prozent)  haben sich nicht an der Wahl beteiligt.

„Wozu überhaupt noch wählen, wenn das Ergebnis schon feststeht?“, dürften sich viele gedacht haben. Denn von Forsa bis Emnid: Alle Meinungsforscher hatten im Vorfeld einen deutlichen Sieg für Rot-Grün prognostiziert. Darüber hinaus haben selbstverständlich auch Fehler der Parteien entscheidend zum Wahlbeteiligungstiefstand beigetragen.  Statistisch nachweisbar ist aber vor allem eines: Die „Wahl-Enthaltsamkeit“ scheint direkt mit der eigenen persönlichen Lage zusammenzuhängen.

Gerade die Stadtteile, deren Bewohner eben nicht auf Rosen gebettet sind, zählen zu den Nichtwähler-Hochburgen.  So lag etwa die Wahlbeteiligung im besser situierten Borgfeld mit 73 Prozent rund dreimal so hoch wie im Bremerhavener Ortsteil Leherheide-West mit 24 Prozent. Die Rechnung scheint einfach: Je geringer Haushaltseinkommen und Bildungsstand, desto niedriger auch die Wahlbeteiligung.

In einer Studie der Bertelsmannstiftung haben es die Autoren auf den Punkt gebracht: „Das Wahlergebnis der Bremischen Bürgerschaftswahl ist sozial nicht repräsentativ“ und „Die Verankerung der Parteien in den Nichtwähler-Milieus erodiert“ lautete das Ergebnis der Wissenschaftler um Prof. Dr. Robert Vehrkamp.

Wie lässt sich gerade bei denjenigen Vertrauen in die Politik zurückerobern, denen oftmals Zeit, Bildung oder Kraft fehlt, ihre eigenen Interessen durchzusetzen?

Wie lassen sie sich davon überzeugen, dass „die da oben“ nicht „sowieso machen was sie wollen“?

Braucht es mehr Bürgerbeteiligung – oder ist dieser Weg vor allem ein Instrument der privilegierten Schichten, um ihre Interessen durchzusetzen?

Kann ein einfacheres Wahlsystem bei der Stimmabgabe einen Beitrag leisten?

Über diese und weitere Fragen wollen wir am Mittwoch, den 25. Mai, ab 18 Uhr im Bremer Presse-Club diskutieren.

Nach einer Begrüßung durch den den Vorsitzenden der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Björn Tschöpe, diskutieren auf dem Podium und mit dem Publikum: Jörn Hermening (früher Quartiersmanager in Tenever, jetzt Ortsamtsleiter in Hemelingen), Ralf Stegner (Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion und SPD-Landesvorsitzender in Schleswig-Holstein sowie stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD), Björn Tschöpe (Bremer SPD-Fraktionsvorsitzender) sowie Prof. Dr. Robert Vehkamp (Direktor des Programms „Zukunft der Demokratie” bei der Bertelsmann Stiftung).

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