Sexualisierte Gewalt – Beratungsstellen in Bremen

Montag, 30. Mai 2016, ab 17 Uhr im Haus der Bürgerschaft, Festsaal, Am Markt 20, 28195 Bremen

Sexuelle Gewalt gegen junge Menschen, gegen Mädchen und Jungen, ist eine Menschenrechtsverletzung, mit der sich Fachleute im Kinderschutz seit mehr als dreißig Jahren beschäftigen. Seit den 1980er Jahren haben sie darauf aufmerksam gemacht, dass die überwiegend männlichen Täter aus dem sozialen Nahbereich der Opfer kommen. „Sexueller Missbrauch“ tritt zudem in vielen Formen auf: mit Gewalt, Drohungen und Erpressungen, aber auch getarnt als Zuwendung, Freundschaft, Liebe. Deshalb ist er oft nur schwer als Übergriff zu erkennen.

Junge Menschen, die sexuellen Missbrauch erlebt haben oder immer noch erleben, sind in ihrer äußerst belastenden Situation auf Verständnis, Zuwendung und praktische Unterstützung angewiesen. Häufig können Angehörige und Freunde dies alleine nicht leisten. Bei den Beratungsstellen Schattenriss e.V. und Bremer JungenBüro e.V. erhalten Betroffene einen geschützten Raum sowie die Unterstützung und Begleitung, die sie brauchen.

Bereits 1987 wurde die Beratungsstelle Schattenriss e.V. als eine der ersten Anlaufstellen für Mädchen und Frauen mit sexuellen Gewalterfahrungen in Deutschland eingerichtet und ist heute in Bremen und weit darüber hinaus eine anerkannte Institution.

Das Bremer JungenBüro e.V. ist seit 1999 die Informations- und Beratungsstelle für Jungen, Jugendliche und junge Männer, die sexualisierte, körperliche oder seelische Gewalt erleben oder erlebt haben.

Beide Einrichtungen beraten auch Angehörige, FreundInnen und Bezugspersonen. Die Gewaltberatungsstellen betreiben Aufklärung, bieten Fortbildungen an und entwickeln Präventionskonzepte. Aus ihrer Arbeit haben wir gelernt: Sexuelle Übergriffe können überall passieren, wo Kinder sind, zum Beispiel in Familien, in Schulen oder in Jugendhilfeeinrichtungen. Welche konkreten Aufgaben haben Beratungsstellen gegen sexualisierte Gewalt? Welchen Herausforderungen müssen sie gewachsen sein?

Nach einer Begrüßung durch den sozialpolitischen Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Klaus Möhle, folgt eine Einführung durch Prof. Dr. Barbara Kavemann (Sozialwissenschaftliches FrauenForschungsinstitut Freiburg, Katholische Hochschule Berlin), die jahrzehntelang zum Thema sexualisierte Gewalt gegen Jungen und Mädchen geforscht hat. Anschließend stellen Schattenriss und das JungenBüro ihre Arbeit vor, bevor über die Herausforderungen und Probleme mit dem Publikum diskutiert wird. 

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