#zugeschaltet

 

#zugeschaltet: Sexueller Missbrauch im Sport

Sexualisierte Gewalt ist überall in der Gesellschaft anzutreffen – auch im Sport.

Besonders bedrückende Zahlen hat in diesem Zusammenhang das Forschungs-projekt „Safe Sport“ in Kooperation zwischen der Deutschen Sporthochschule Köln und dem Universitätsklinikum Ulm geliefert: 37 Prozent der circa 1.800 Befragten gaben an, im Sport eine Form sexualisierter Gewalt erfahren zu haben. 11 Prozent waren von schwerer, also körperlicher sexualisierter Gewalt, und/oder länger dauernden sexuellen Belästigungen im Sport betroffen.

Die Zahl der möglichen Betroffenen in diesem Kontext wird deutschlandweit auf 200.000 geschätzt und wäre demnach fast doppelt so hoch wie die geschätzte und medial prominent diskutierte Zahl der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche. Das besondere Problem an sexuellem Missbrauch im Sport ist dabei, dass neben der Tatsache, dass Vorfälle überhaupt in einer solchen Vielzahl passieren, die Wahrnehmung sowie Hilfs- und Unterstützungsangebote für Betroffene meist nach wie vor unzureichend sind.
Sexueller Missbrauch im deutschen Sport galt als „Tabuthema“, es wurde lange Zeit nicht wahrgenommen oder weggesehen, statt hinzusehen und zu handeln. Dies erkannte auch die Deutsche Sportjugend (DSJ) und erklärte im Jahr 2018 den Kinderschutz zu einem ihrer Schwerpunktthemen. Mittlerweile hat auf vielen Ebenen eine Wahrnehmungsänderung und Sensibilisierung stattgefunden.

So gibt es inzwischen zahlreiche Handreichungen der DSJ und den Landessportbünden, Verhaltenskodizes in Sportvereinen, und das Vorlegen eines erweiterten Führungszeugnisses ist durch einen politischen Beschluss für angehende Übungsleiter*innen und Trainer*innen seit einigen Jahren Voraussetzung. Auch die Bremer Sportjugend des Landessportbundes Bremen leistet in diesem Kontext seit geraumer Zeit viel Sensibilisierungs- und Aufklärungsarbeit durch Handreichungen, Handlungsempfehlungen oder Seminare.
Im Rahmen unserer Veranstaltung „Sexueller Missbrauch – auch im Sport ein Thema!“ wollen wir das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten.

Zu Beginn wird die Sportpsychologin Dr. Jeannine Ohlert von der Deutschen Sporthochschule Köln eine wissenschaftliche Einführung geben. Im Anschluss folgt die kritische Diskussion mit Elke Eichstaedt, was sich mittlerweile durch die zahlreichen Präventions- und Sensibilisierungsmaßnahmen verändert hat und welche „good practice“-Beispiele es gibt. Dabei sollen neben dem bundesweiten Blick die Herausforderungen und Erfahrungen mit Präventionsansätzen in Bremen im Zentrum der Diskussion stehen. Moderiert wird die Veranstaltung von der sportpolitischen Sprecherin der SPD-Fraktion, Prof. Dr. Eva Quante-Brandt.

Es wird kein Facebook-Account oder eine vorherige Anmeldung bei uns benötigt, um sich die Veranstaltung anzusehen. Um sich an der Diskussion zu beteiligen und Fragen zu stellen, ist allerdings ein Facebook-Profil erforderlich. Alternativ können Fragen bereits im Vorfeld per Email an Veranstaltungen[at]spd-bremen[.]de gestellt werden, die unsere Diskussionsteilnehmer*innen dann nach Möglichkeit beantworten werden.

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