Zuwanderer von damals gegen Migranten von heute?

Mittwoch, 2. März 2016, ab 18.15 Uhr im Haus der Bürgerschaft, Festsaal, Am Markt 20, 28195 Bremen

Vor fast 20 Jahren stand eine Gruppe Migranten im Fokus. Menschen, die aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland kamen, sahen sich zu Unrecht mit Vorurteilen konfrontiert. Nun stehen diese Menschen selbst auf den Marktplätzen und demonstrieren gegen eine bestimmte Gruppe von Migranten – auch in Bremen.

Vor 20 Jahren hieß es: Die Kinder der Zugewanderten seien häufig kriminell, ihre Eltern seien nicht gewillt, sich zu integrieren, sondern würden in erster Linie die Sozialkassen belasten. Und  dann würden sie auch noch „den echten Deutschen“ vorgezogen,  wenn es beispielsweise um die Zuteilung von Sozialwohnungen gehe. Kurzum: Die Aufnahmebereitschaft könne nicht grenzenlos sein – jedes Jahr tausende Menschen nach Deutschland zu holen, sei schlicht nicht möglich, hieß es nicht nur an den Stammtischen, sondern auch im politischen Raum.

Gemeint waren damals die Menschen, die aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion zu uns kamen. Heute nun steht ein Teil dieser damals zu Unrecht mit Vorurteilen überzogenen Zuwanderer plötzlich auf den Marktplätzen und demonstriert selbst – auch in Bremen. Und wiederum gegen eine bestimmte Gruppe von Migranten.

„Unsere Toleranz hat Grenzen“, hieß es dort mit Blick auf die Geflüchteten, die gegenwärtig bei uns Schutz suchen, auf Plakaten. Man sei gegen „Ausländergewalt“ für „Respekt vor der deutschen Kultur“ und halte Muslime generell für „schlecht integrierbar“ erklärten die Demonstranten. Angetrieben durch ein Gerücht über die Vergewaltigung eines jungen Mädchens durch Flüchtlinge in Berlin erinnern die Einlassungen der Demonstranten damit stark an die Vorurteile, unter denen sie einst selbst zu leiden hatten.

Wie kommt es, dass sich eine Gruppe von Deutschen aus Russland – befeuert durch eine Falschmeldung – zu derartigen Protestaktionen hinreißen lässt?

Gibt es tatsächlich einen Anstieg der Kriminalität?

Wo liegen die wirklichen Probleme – und wie lassen sich Vorurteile abbauen, um zu einer sachlichen Diskussion zu kommen?

Diese Fragen sollen bei unserer öffentlichen Podiumsdiskussion
am Mittwoch, 2. März 2016, ab 18.15 Uhr im Festsaal des HdB im Mittelpunkt stehen.


Nach einer Begrüßung durch die integrationspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Valentina Tuchel, wird Thomas Müller, Integrationsbeauftragter der Polizei Bremen in einem Impulsreferat in das Thema einführen. Anschließend soll auf einem Podium aber auch mit dem Publikum diskutiert werden.

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